Der Österreichische Pinscher entstammt dem kleinen, altösterreichischen Bauernhund, mancherorts als "Semmelhund" wegen seiner Farbe oder als "Rattler" wegen seiner Rattenfängerqualitäten bezeichnet. Es waren genügsame, harte und haustreue Hunde mit der Aufgabe Haus und Hof zu überwachen, Ställe und Scheunen von Ratten und Mäusen freizuhalten und wenn nötig, auch Treiberdienste beim Vieh zu leisten.

Die Erkenntnis, dass es sich bei diesem Landschlag um wertvolles Erbgut handle, um einen der Scholle und seinem Wächterberuf voll angepassten Hund, gab den Ausschlag für diesen anspruchslosen Hund vor dem Aussterben zu bewahren und eine 4000 Jahre alte bodenständige Rasse zu retten.

Prof. DDr. Emil Hauck erkannte schon früh die Bedeutung dieses heimischen Landhundes und setzte sich vehement für die Reinzucht desselben ein, so dass 1921 mit der planmäßigen Zucht begonnen wurde. Im Jahre 1923 wurde der "Verein zur Förderung der Reinzucht des Österreichischen Kurzhaarpinschers" gegründet. Am 26. Oktober 1928 wurde der Österreichische Pinscher vom Österreichischen Kynologenverband (ÖKV) als Rasse anerkannt.

Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre war es um den Ö-Pinscher schlecht bestellt. Er war - ein typisch österreichisches Schicksal - in Vergessenheit geraten. Es gab nur mehr wenige Hunde und daher stand die Zucht vor beinahe unlösbaren Problemen. Frau Therese Wochian übernahm nach dem Tod von Prof. DDr. Hauck als wohl erfahrenste Pinscherfreundin die Betreuung dieser Rasse und allen Vorraussagungen zum Trotz ging es wieder bergauf. Neue Freunde wurden gewonnen und in der Zucht ging es zwar langsam, aber hartnäckig voran.

Doch nicht nur in Österreich, auch im Ausland ist diese Rasse nun bekannt. In den Niederlanden, Dänemark und in Deutschland bestehen heute ebenfalls beste Chancen zur Entfaltung dieser wunderbaren Rasse.